DYSphagie

Definition

Als Dysphagie wird die Störung des Schluckvorgangs bezeichnet. Sie betrifft die Aufnahme, Zerkleinerung sowie den Transport von Nahrung, Speichel und Sekret von der Mundhöhle in den Magen.

Funktionsweise des Schluckens

Der Schluckvorgang erfüllt lebensnotwendige Aufgaben wie die Aufnahme und den Transport von Nahrung und Flüssigkeit sowie den Abtransport von Speichel. Bei diesem hoch komplexen, physiologischen Prozess müssen ca. 100 Muskeln koordiniert zusammenwirken. Unser Gehirn sorgt dafür, dass dies reibungslos funktioniert. Ein gesunder erwachsener Mensch schluckt etwa 1000-mal am Tag. Der Schluckvorgang wird wie folgt in vier verschiedene ineinander greifende Phasen unterteilt.

1. Phase: Vorbereitendes Kauen
  • Feste Nahrung wird zerkaut, wobei die Zunge die Nahrung immer wieder zwischen die Backenzähne schiebt.
  • Wangen sind angespannt, damit nichts in die Wangentaschen fällt.
  • Lippen sind geschlossen, während sich der Unterkiefer auf und ab bewegt.
  • Nahrung wird mit Speichel vermischt, damit sie gleitfähiger ist.
 
2. Phase: Transport im Mundraum (Dauer 1s)
  • schluckfertige Nahrung wird von der Zunge gesammelt und zu einem Häufchen geformt, wobei Zungenspitze und Zungenränder am Gaumendach liegen.
  • Das Häufchen wird durch wellenartige Bewegungen der Zungenmitte in Richtung Rachen geschoben, wobei Lippen und Kiefer geschlossen sind.
Phase 2 des Schluckens
  1. Zunge
  2. Gaumen
  3. Kehldeckel
  4. Stimmlippen
  5. Luftröhre
  6. Speiseröhre
 
3. Phase: Transport im Rachen (Dauer 1s)
  • Sobald das Häufchen den Rachen erreicht hat, wird der Schluckreflex ausgelöst.
  • Zunge drückt gegen die Rachenwand (1).
  • Transport Richtung Speiseröhre wird durch wellenförmige Bewegungen der Rachenmuskeln bewerkstelligt (2).
  • Dabei Kehlkopfverschluss und -hebung, damit nichts in die Luftwege fällt (3).
  • Während des Schluckens wird der Speiseröhreneingang geöffnet (4).
Phase 3 des Schluckens
 
4. Phase: Transport in der Speiseröhre (Dauer 8-20s)
  • Speiseröhre befördert das Häufchen in den Magen, wobei der Weitertransport durch ringförmiges Zusammenziehen des Speiseröhrenschlauches erfolgt.
  • Zum Eintritt in den Magen ist die Öffnung des unteren Speiseröhrenschließmuskels notwendig.

Abbildungsnachweise:
In Anlehnung an: Dysphagien – eine Informationsbroschüre der Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs), Abbildung 1: S. 4,
Abbildung 2: S. 5

 

^Symptome

Schluckbeschwerden können während des Transportes im Mund-Rachen-Raum (Phase 2 und Phase 3) oder auf dem Weg durch die Speiseröhre (Phase 4) auftreten. Dabei deuten insbesondere folgende Symptome auf Schluckprobleme hin, die entweder isoliert oder in Kombination auftreten.

 

Probleme beim Kauen
Nahrung bzw. Speichel fließt aus dem Mund Unsichtbarer Abstandhalter   Unsichtbarer Abstandhalter Gurgelnder Stimmklang, brodelndes Atemgeräusch   

Symptome
der
Dysphagie

   
  Husten während der Mahlzeit als Ausdruck falscher Transportwege: Nahrung / Flüssigkeit dringt in die Nase, den Kehlkopfeingang (Penetration), dieLusftröhre und / oder in die Lunge
Schmerzen
in der Herzgegend
und hinter dem Brustbein

 

 

Unsichtbarer Abstandhalter
Hochwürgen bzw. erbrechen von bereits geschluckter Nahrung, saures Aufstoßen Nahrungsreste im Mund -/ Rachenraum und / oder in der Speiseröhre
[Eigene Darstellung]

Ursachen

Die Ursachen einer Dysphagie lassen sich in folgende Hauptgruppen einteilen:

^Therapie

Hauptziel der Therapie bei Dysphagien ist die möglichst weitgehende Wiedererlangung der Fähigkeit zur oralen Nahrungsaufnahme und die Reduzierung des Aspirationsrisikos ("Verschlucken").

Dabei stehen im Wesentlichen drei unterschiedliche Therapieverfahren zur Verfügung, die zur optimalen Behandlung für jeden Patienten individuell kombiniert werden können.

  1. Restituierende (wiederherstellende) Verfahren: hier werden Stimulations-, Bewegungs- und Schluckübungen durchgeführt, deren Ziel es ist, die gestörten Funktionen möglichst weitgehend zu normalisieren.
  2. Kompensatorische Verfahren: je nach Möglichkeiten des Patienten werden Haltungsänderungen und Schluckschutztechniken vermittelt, die das Aspirationsrisiko vermindern.
  3. Adaptierende Verfahren: diese werden vor allem in frühen Phasen dysphagischer Erkrankungen hinzugezogen. Sie beinhalten unter anderem eine Anpassung der Kostform (pürierte vs. weiche vs. feste Kost, angedickte Getränke, etc.), aber auch die Verwendung spezieller Trinkbecher, eines speziellen Bestecks oder weiterer unterstützender Therapiehilfen.

 

^Literatur

Bücher:

Broschüren

Internet:

 

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