DYSphonie (Stimmstörung)

Definition

Stimmstörungen äußern sich im Wesentlichen durch zwei Symptome:

Wenn eines dieser Symptome über einen längeren Zeitraum (mehr als 3 Monate) andauert, spricht man von einer Dysphonie.

Funktionsweise einer gesunden Stimme

Die Stimme wird durch die Bewegung der Stimmlippen im Kehlkopf erzeugt.

Beim Atmen öffnen sich die Stimmlippen weit, zur Stimmbildung schließen sie sich locker.

Die eingeatmete Luft drückt nun für die Stimmerzeugung von unten gegen die vollständig geschlossenen Stimmlippen und versetzt diese in Schwingungen.

Dadurch entstehen Luftschwingungen, die wir als menschliche Stimme hören.

Funktionsweise einer gesunden Stimme

Abbildungsnachweis:
Hegemann, A. / Ostendorf, U. (1998): Stimmstörungen bei Kindern – eine Informationsbroschüre der Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs), S. 5

 

^Symptome

Symptome Hyperfunktioneller Stimmstörung

Wenn die für die Bewegungen der Stimmlippen verantwortlichen Muskeln viel zu verkrampft arbeiten, schließen sich die Stimmlippen nicht mehr locker sondern werden gegeneinander gedrückt und die Schwingungen erfolgen ungleichmäßig.

Betroffene erreichen mit zu großem Druck eine gewisse Lautstärke.

In der Folge kann die Stimme rau und gepresst klingen. Die Stimmlippen röten und verdicken als Vorstufe sogenannter Knötchenbildung.

Hyperfunktionelle Stimmstörung

Abbildungsnachweis:
Hegemann, A. / Ostendorf, U. (1998): Stimmstörungen bei Kindern – eine Informationsbroschüre der Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs), S. 6

Symptome Hypofunktioneller Stimmstörung

Andererseits können die Muskeln mit zu wenig Kraft arbeiten (z.B. aus einer "Schonhaltung" heraus). Betroffene reden mit zu geringem Druck.

Dabei entsteht in der Regel ein ovaler Spalt zwischen den Stimmlippen.

Die Stimme klingt eher weich und behaucht.

Hyperfunktionelle Stimmstörung

Abbildungsnachweis:
Hegemann, A. / Ostendorf, U. (1998): Stimmstörungen bei Kindern – eine Informationsbroschüre der Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs), S. 6

 

^Ursachen

In der Regel wird zwischen organischen und funktionellen Ursachen unterschieden.

Organische Ursachen Funktionelle Ursachen
  • Hormonelle Entwicklungsstörungen
  • Missbildung
  • Tumore
  • Entzündungen (z.B. Stimmlippenknötchen, Polypen)
  • Lähmungen (z.B. der für den Kehlkopf zuständigen Nervenbahnen)
  • Verletzungen
  • Psychische erkrankungen (z.B. Depression)
  • Neigung zu trockenen Schleimhäuten
  • Hörprobleme
  • gewohnheitsmäßiger Fehlgebrauch der Stimme (z.B. häufiges Räuspern, Übernahme bestimmter Stimmvorbilder
  • Starke Überlastung des Stimmapparates durch zu langes und / oder zu lautes Sprechen
  • Mangelnde Stimmschonung während erkältungen
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Stimmlippen
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Schwingungsunregelmäßigkeiten / unvollständiger Verschluß
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Erhöhter muskulärer Kraftaufwand
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Heiserkeit / Leistungseinschränkung
[Eigene Darstellung]

 

^Therapie

Je nach Ursache und Ausprägung der Stimmstörung wird ein individuelles Konzept für den Betroffenen aufgebaut. Die Behandlung erfolgt größtenteils über

Für den Therapieverlauf ist es aufgrund der vielfältigen Ursachen wichtig, mit Ärzten und Therapeuten aus anderen Fachrichtungen zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus ist es wichtig, Angehörige, Kindergarten, Schule und andere Institutionen mit einzubeziehen.

 

^Literatur

Bücher:

Broschüren

 

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